Was ist Spielsucht?
Spielsucht (auch Glücksspielstörung oder pathologisches Glücksspiel genannt) ist eine anerkannte Verhaltenssucht, die durch einen unkontrollierbaren Drang zum Spielen trotz negativer Folgen gekennzeichnet ist. Sie ist im DSM-5 als diagnostizierbare psychische Störung aufgeführt.
Was Glücksspiel so süchtigmachend macht
Glücksspiel aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn auf ähnliche Weise wie andere Suchtmittel. Variable Belohnungspläne, also Gewinne, die zeitlich und in ihrer Höhe unvorhersehbar sind, sind besonders wirksam darin, zwanghaftes Verhalten aufrechtzuerhalten. Derselbe Mechanismus, der Spielautomaten fesselnd macht, kann bei anfälligen Personen zur Sucht führen. Das Hinterherjagen von Verlusten, ein Kernmerkmal der Glücksspielstörung, erklärt sich dadurch, dass das Gehirn Beinahe-Gewinne und Verluste anders verarbeitet als bei einem gesunden Umgang mit dem Spiel.
Hilfe suchen
Spielsucht ist behandelbar. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat starke Belege für ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Glücksspielstörungen. Selbsthilfegruppen wie Anonyme Spieler arbeiten nach dem 12-Schritte-Modell. In Deutschland sind Beratungs- und Behandlungsangebote über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zugänglich. Der erste Schritt ist meist, das Problem anzuerkennen und eine Beratungsstelle zu kontaktieren, oder einen Hausarzt um eine Überweisung zu bitten.